Sonntag, 11. März 2018

Mohrchen stellt sich vor

Lieber Leser,

heute möchte ich - Mohrchen - mich vorstellen. Ich bin lackschwarzer Kater und ein knappes Jahr alt. Wild geboren wurde ich im September 2017 bei einer Kastrationsaktion aufgeriffen. Unkastriert, scheu und verletzt tappe ich in die Falle - naja eher humpelte ich. Mein rechtes Vorderbein konnte ich nicht benutzen,  nutzlos baumelte an meinem Körper. Und das schon länger, das Vorderbein hatte offene Wunden an den "Schleifstellen". Ab zum Tierarzt ging es mit mir, der sprach von "Plexusabriß (Abriss der versorgenden Nervenbündel)". Und nun?

Meine Betreuerin bat sich Bedenkzeit aus und informierte sich. Einschläfern oder Amputation der Gliedmaße - das sind die Auswahlmöglichkeiten. Bitte bedenkt - über mein Leben war zu entscheiden. Lebenswert soll es sein für mich - und wer fragt mich?
Mohrchen hängt ab

Ich wurde versorgt und bekuschelt - na klar wird da auch ein Wildkater in kürzester Zeit zahm. Einige Tage nach meinem Auffinden wurde ich operiert, das rechte Vorderbein wurde amputiert. Kastriert wurde ich auch gleich - naja das muss wohl sein. Falls jemand an die Kosten denkt - wichtiges Thema anscheinend für Menschen - die Operationskosten haben einige Menschen privat übernommen.

Nach der Operation lernte ich schnell, ohne das lästige Anhängsel rechts zu laufen. Wie viel einfacher sind doch die Bewegungen ohne ein funktionsloses Bein. Ich kann toben und rennen und habe mit Spielkumpeln gesicherten Freigang. Sieh selbst.

Ich bin ein Familienmitglied - ob mit drei oder vier Beinen spielt keine Rolle. Für mich nicht! Und für dich?

 
PS: Anmerkung - der Tierschutzverein wurde finanziell durch Mohrchen nicht belastet - uns fehlte das Geld, ihm helfen zu können.