Sonntag, 25. Januar 2026

Zwischen Hoffnung und Entscheidung - Ninos schwere Verletzung

Manchmal kommt ein Tier zu uns, bei dem man schon beim ersten Blick weiß: Das wird keine normale Rettung. Das wird ein Kampf. Einer, der weh tut, der teuer wird und bei dem man trotzdem helfen muss. So ist es bei Nino, einem noch jungen Kater, gerade einmal sieben Monate alt.  

Nino will leben

Er wurde in einer Tierarztpraxis in der Umgebung vorgestellt, weil etwas Schreckliches passiert sein muss: Seine rechte Hinterpfote war zertrümmert. Nicht verstaucht, nicht angebrochen, zertrümmert. Und es war nicht nur ein Bruch. Es ist ein offener Bruch. Das bedeutet, dass die Verletzung nach außen offen ist und damit zu den gefährlichsten Formen von Knochenbrüchen überhaupt gehört, weil Keime direkt in die Wunde gelangen und sich im schlimmsten Fall bis in den Knochen fressen können.

offen und verschoben


Ninos zertrümmerte Pfote

Der Besitzer konnte oder wollte die Behandlungskosten nicht übernehmen. Einschläfern stand im Raum, nicht weil Nino keine Chance hätte, sondern weil solche Verletzungen eine Behandlung bedeuten, die man nicht mal eben bezahlt und die konsequent jeden Tag erfolgen muss. Der Tierarzt wollte das nicht akzeptieren und hat uns kontaktiert. Für uns ist klar, wir lassen dieses Leben nicht einfach enden. Ein so junges Leben aufzugeben, nur weil es kompliziert wird, ist für uns keine Option. Wir haben ihn Nino genannt.

Wir haben Nino bei unserem Tierarzt vorgestellt. In der Pfote ist Gefühl vorhanden und sie wird durchblutet. Das sind die wenigen Dinge, an denen man sich bei so einer Verletzung überhaupt festhalten kann. Deshalb haben wir gemeinsam mit dem Tierarzt entschieden: Wir versuchen den Pfotenerhalt, solange es verantwortbar ist. 

Kater Nino ist erst 7 Monate alt

Bei einem offenen Bruch zählt jede Stunde. Schmerzmanagement, Antibiotika, eine gründliche Wundversorgung, Stabilisierung und vor allem engmaschige Kontrollen sind entscheidend. Denn wenn sich die Wunde infiziert oder Gewebe abstirbt, wird es schnell lebensbedrohlich. Genau deshalb wird Ninos Pfote momentan täglich beim Tierarzt versorgt und der Verband jeden Tag gewechselt. 

Nino wartet geduldig beim Tierarzt

Er bekommt Antibiotikum und Schmerzmittel und wir schauen jeden Tag: Schließt sich die Wunde weiter? Bleibt die Durchblutung stabil? Bleibt Gefühl in der Pfote? Oder müssen wir handeln, bevor es zu spät ist? Die Knochen wurden so gut es ging gerichtet und angenähert, damit Stabilität entstehen kann und die Knochen wieder zusammenwachsen können. Aber wir wissen auch: Das ist kein sicherer Weg. Bei einem offenen, zertrümmerten Bruch kann jederzeit alles kippen, trotz bester Versorgung. Wenn sich Nekrosen entwickeln oder sich eine Infektion nicht kontrollieren lässt, müssen wir sofort amputieren. Dann nicht, weil wir aufgeben, sondern weil es die einzige Möglichkeit wäre, Nino am Leben zu halten. Katzen kommen mit drei Beinen erstaunlich gut zurecht, aber es bleibt natürlich ein massiver Einschnitt.

Nino ist zufrieden

Es gibt Hoffnung, aber noch kein Aufatmen. Im Moment sehen wir ein paar Dinge, die uns zuversichtlich sein lassen. Die Wunde schließt sich. Die Heilung läuft aktuell in die richtige Richtung. Nino lässt die Behandlungen geduldig geschehen, genießt die Zuwendung, fühlt sich trotz allem wohl und zeigt das mit Schmusen und Schnurren. Aber wir sind noch ganz am Anfang. Die nächsten Tage und Wochen entscheiden, ob wir die Pfote wirklich retten können.


Bitte helft uns, Nino zu helfen. Ninos Behandlung ist aufwendig: tägliche Fahrten zur tierärztlichen Behandlung, Verbandswechsel, Medikamente, Kontrollen und eventuell weitere Eingriffe. Das kostet viel Geld. Wir schaffen solche Notfälle nur, weil ihr uns helft. Wenn ihr könnt, unterstützt Nino bitte mit einer Spende. Jeder Betrag hilft, die täglichen Tierarztkosten zu tragen und Nino die Chance auf Heilung zu geben.

Nino sagt DANKE


Montag, 5. Januar 2026

Robin – Vom Hunger gezeichnet, von uns nicht aufgegeben

Immer wieder wurde in einem kleinen Dorf ein abgemagerter Kater gesichtet, der verzweifelt versuchte, in Häuser zu gelangen. Laut maunzend, sichtbar ausgehungert, nur noch Haut und Knochen,  schien er jeden Tag aufs Neue um Hilfe zu bitten. Doch es dauerte eine ganze Weile, bis sich schließlich jemand seiner erbarmte und uns informierte – mit der Bitte, den Kater von seinem Elend zu erlösen. Wir machten uns sofort auf den Weg. Es war Sonntag, wir fuhren direkt in die Notfallsprechstunde einer Tierarztpraxis. Eine erste Untersuchung ergab keine sichtbaren Verletzungen, sein Zustand war kritisch, aber nicht hoffnungslos. 

Robin bei seiner Rettung im Juni 2025

Einschläfern? Dafür war es noch zu früh. Also nahmen wir ihn mit, um am nächsten Tag zur regulären Sprechzeit erneut vorstellig zu werden. Wir nannten ihn Robin. Sehr schnell wurde deutlich, woran Robin litt: Er war extrem ausgehungert, hatte über lange Zeit kaum Nahrung aufnehmen können. Weitere Untersuchungen ergaben schließlich die Ursache: Seine Zunge war zu etwa einem Drittel gelähmt – vermutlich durch eine frühere Verletzung oder eine neurologische Schädigung. Das erklärte, warum er trotz seines großen Hungers so lange kaum fressen konnte. Lange war Robin auf intensive Unterstützung angewiesen. Mehrmals täglich fütterten wir ihn per Hand, gaben ihm kleine Portionen direkt ins Mäulchen, die er dann schlucken konnte. Es war mühsam, zeitintensiv und erforderte viel Geduld, doch Robin nahm langsam zu und seine Lebensfreude kehrte zurück. Endlich musste sein Körper nicht mehr jeden Rest Energie nur fürs bloße Überleben aufbringen. Mit der Zeit stabilisierte sich sein Zustand. Robin begann sogar, eigene Wege zu entwickeln, um trotz der Einschränkung selbstständig zu fressen: Er tauchte seine Zunge erst ins Wasser, dann in Trockenfutter, so blieben die Pellets haften, und er konnte sie schlucken. Dieser Einfallsreichtum zeigt uns einmal mehr, wie stark sein Lebenswille war. Heute frisst Robin vollständig selbstständig. Die vielen anstrengenden Monate intensiver Pflege und liebevoller Handfütterung haben ihm nicht nur das Leben gerettet, sondern ihm Schritt für Schritt wieder eine echte Lebensperspektive eröffnet. 

Das ist Robin heute.

Robin wird weiterhin besondere Rücksicht brauchen, doch inzwischen ist klar, dass er gute Chancen hat, in ein eigenes Zuhause ziehen zu dürfen. Ein Zuhause bei Menschen, die seine Geschichte kennen, aufmerksam sind und ihm die Ruhe und Sicherheit geben, die er braucht. Wir sind dankbar, dass wir Robin auf diesem Weg begleiten durften – und hoffen, dass sein nächstes Kapitel von Beständigkeit, Fürsorge und Zuneigung geprägt sein wird.



 

 

 

 

 

 



Montag, 22. Dezember 2025

Friedliche Weihnachten und ein Frohes Neues Jahr

Das Jahr neigt sich dem Ende zu, die Tage werden ruhiger, Lichter erhellen die Dunkelheit und auch wir im Tierschutzverein Sternberger Seenland e.V. möchten diese Zeit nutzen, um innezuhalten.Hinter uns liegt ein Jahr voller Herausforderungen, Sorgen, Hoffnungen und vieler kleiner und großer Geschichten. Geschichten von Tieren wie Hubertine, die als winziges Rehkitz um ihr Leben kämpfte. Von Katzen wie Lenny, Louis, Robin oder Oskar, die verletzt, krank oder gezeichnet vom Leben zu uns kamen. Und von alten Seelen wie Sir Allan, der in seinen letzten Monaten noch erfahren durfte, wie sich Geborgenheit anfühlt. 

Jetzt ist auch unser Weihnachtsbaum fertig geschmückt. 


Wir haben gepflegt, gehofft, gekämpft und manchmal auch Abschied nehmen müssen. Nicht jede Geschichte hatte ein Happy End. Aber jede einzelne war es wert, erzählt und begleitet zu werden. Denn jedes Tier, das zu uns kam, war ein Lebewesen mit einer eigenen Geschichte und einem Recht auf Hilfe. All das war nur möglich dank der Unterstützung so vieler Menschen: unserer Mitglieder, Förderer, Pflegestellen, Helfer im Hintergrund, Tierärzte, Ämter, Finder und all jener, die nicht weggeschaut, sondern gehandelt haben. Dafür sagen wir von Herzen Danke. 

Sie sagen danke für eure Unterstützung. 
 

Die Arbeit im Tierschutz kennt keine Feiertage. Auch zwischen den Jahren werden Tiere versorgt, gefüttert und medizinisch betreut. Trotzdem hoffen wir auf eine kurze Verschnaufpause, bevor wir im neuen Jahr wieder mit voller Kraft für die Tiere da sind, die unsere Hilfe brauchen werden. Wir blicken mit Zuversicht nach vorn, wissen aber, dass auch das kommende Jahr uns fordern wird. Aber wir wissen ebenso: Mit euch an unserer Seite sind wir nicht allein.
Wenn ihr uns über die Feiertage unterstützen möchtet, freuen wir uns über Spenden oder einen Blick auf unsere Amazon-Wunschliste, die ihr auf unserer Internetseite findet. Dort stehen genau die Dinge, die wir aktuell für unsere Schützlinge benötigen. 

 

Danke für die tollen Weihnachtsgeschenke.


Wir wünschen allen Mitgliedern, Freunden und Unterstützern eine friedliche Weihnachtszeit, ruhige Tage zum Durchatmen und einen guten Start in ein neues Jahr – mit Gesundheit, Mitgefühl und dem Blick für all jene, die unsere Hilfe brauchen.

Dienstag, 2. Dezember 2025

🕯️ Eine friedliche Adventszeit – und unsere Bitte um Unterstützung

Die Adventszeit ist für viele Menschen eine Zeit des Innehaltens, der Wärme und der Dankbarkeit. Auch für uns im Tierschutzverein Sternberger Seenland e.V. ist sie eine besondere Zeit – ein Moment, um auf das vergangene Jahr zurückzublicken, auf all die Tiere, denen wir helfen konnten, und auf all jene, für die wir noch kämpfen.

Unsere Arbeit endet nie, auch nicht zwischen Lichterglanz und Weihnachtsmusik. Jeden Tag versorgen wir Tiere, die krank, verletzt, alt oder ausgesetzt wurden. Sie alle brauchen Futter, Wärme, Pflege – und Menschen, die an sie denken.

Darum möchten wir in dieser Adventszeit ganz besonders auf zwei wunderbare Aktionen aufmerksam machen:
🎄 Im Futterhaus und beim Fressnapf in Schwerin stehen in den kommenden Wochen wieder unsere Spendenbäume.
Wer einem Tier etwas Gutes tun möchte, findet dort Wunschkarten mit den Bedürfnissen unserer Schützlinge – vom Babypaté für die Kleinsten über weiche Decken für Senioren bis zu Spezialfutter für unsere Pflegefälle.

Wunschbaum im Fressnapf in der Grabenstrasse in Schwerin (SiebenSeenCenter)

Und für alle, die lieber online einkaufen oder die Tiere aus der Ferne unterstützen möchten, gibt es unsere Amazon-Wunschliste. Dort finden sich all die Dinge, die wir aktuell dringend benötigen, nach Dringlichkeit zusammengestellt und mit direkter Lieferung an unseren Verein. Jede Spende hilft uns, das Leid zu lindern und die Versorgung der Tiere über den Winter zu sichern. Wir sagen von Herzen Danke an alle, die uns in diesem Jahr begleitet, unterstützt und an unsere Tiere gedacht haben.

Wünsche werden wahr im Futterhaus am Köpmarkt in Schwerin
 

Wir wünschen allen Tierfreunden eine friedliche und liebevolle Adventszeit – mit Wärme im Herzen und vielleicht einem kleinen Gedanken an all jene, die kein Zuhause haben.

Tierschutz beginnt mit Mitgefühl, wird aber erst durch eure Unterstüzung wirklich wirksam. 


Mittwoch, 26. November 2025

Abschied von Sir Allan – ein Streuner, der endlich ankommen durfte

Manche Tiere begleiten uns viele Jahre – still, treu, unaufdringlich. Einer von ihnen war Sir Allan, ein stattlicher älterer Kater, der über Jahrzehnte an einer Futterstelle versorgt wurde. Er war nie zutraulich, das lässt das Leben auf der Straße nicht zu, aber stets präsent, ein Teil der Umgebung, ein fester Bestandteil. 

Sir Allan brauchte Hilfe

Doch irgendwann machten sich bei Sir Allan zunehmend Alterserscheinungen bemerkbar: Seine Zähne bereiteten ihm Schmerzen und mussten dringend saniert werden, Arthrose machte seine Bewegungen mühsamer. Da die Versorgung an der Futterstelle nicht mehr gesichert war und seine körperlichen Beschwerden zunahmen, übernahmen wir für Sir Alan die Verantwortung. Sir Allan zog in eine liebevolle Pflegestelle um, in einen Ort voller Ruhe, Fürsorge und Wärme.
Und dort zeigte sich, wie sehr auch ein ehemaliger Streuner das Leben im Haus zu schätzen wusste:

🌞 Bei Sonnenschein lag er ausgestreckt auf dem Rasen, nie weit vom Futternapf entfernt.

🌧️ Bei Regen machte er es sich auf dem Sofa gemütlich,

🔥 und wenn es draußen kalt war, wärmte er sich zufrieden vor dem Kamin.
Und das Beste: Auch eine streichelnde Hand lernte er schätzen.


Sir Allan hat diese Monate intensiv gelebt. Mit vollen Zügen hat er seinen wohlverdienten Lebensabend genossen, mit ausreichend Futter, Gemütlichkeit, ärztlicher Versorgung und der Ruhe, die ihm zustand. Er wirkte angekommen, zufrieden und entspannt. Und genau so, eingebettet in Ruhe und Geborgenheit, ist er nun von uns gegangen. Wir sind natürlich traurig, aber auch dankbar. Dankbar dafür, dass dieser liebenswerte alte Kater nicht irgendwo unter Schmerzen draußen alleine in der Kälte sterben musste, sondern dort, wo er zum Schluss angekommen war: im Warmen, umsorgt, mit einem Namen und einem Platz in unseren Herzen. 


    Sir Allan, wir werden Dich nicht vergessen. 

 





Dienstag, 18. November 2025

Gefahr an jeder Ecke – Drei kleine Kätzchen und ihre Mutter in Sicherheit gebracht

Aus einem Dorf, direkt an einer viel befahrenen Bundesstraße gelegen, wurde uns ein Notfall gemeldet: Drei winzige Katzenkinder, orientierungslos und mutterseelenallein in direkter Nähe der Straße – eine tödlichen Gefahr, die dort allgegenwärtig ist. Die Anwohner, selbst tierlieb, berichteten uns, dass sie schweren Herzens keine Katzen halten – weil sie es nicht ertragen können,dass ihre geliebten Tiere überfahren werden. Eine traurige Realität, die dort bittere Gewissheit ist. Versuche, einen Besitzer in dem Straßendorf ausfindig zu machen, blieben erfolglos. Es deutet vieles darauf hin, dass die Familie herrenlos war – wie so viele Katzen auf dem Land, die sich unkontrolliert vermehren, immer wieder dem Straßenverkehr zum Opfer fallen oder ein Leben voller Entbehrungen führen. Wir zögerten daher nicht lange. Zuerst sicherten wir die drei Kleinen – zum Glück noch rechtzeitig. Kurz darauf gelang es uns mit einer Lebendfalle auch, die Mutterkatze zu fangen – sichtlich gestresst, aber wohlauf. 


In unserer Obhut konnten wir die Familie wieder vereinen. Ein Moment, der trotz aller Dramatik Hoffnung macht. Nun darf die Katzenmama ihre Jungen in Sicherheit aufziehen – ohne Gefahr durch Autos, ohne Hunger. Ein geschützter Ort, an dem sie zur Ruhe kommen kann, während ihre drei Kleinen langsam wachsen und gedeihen. Die drei Kitten werden nun liebevoll gezähmt und auf ein Leben als Familienkatzen vorbereitet. Wenn sie alt genug sind, dürfen sie gemeinsam oder mit passenden Artgenossen in neue, sichere Zuhause ziehen. Auch für die Mutterkatze suchen wir eine Perspektive – eine Rückkehr an die Bundesstraße wäre ein Todesurteil. Sie hat sich als erstaunlich freundlich gezeigt und verdient wie ihre Kinder ein Leben in Geborgenheit. Dieser Fall zeigt einmal mehr, wie wichtig es ist, hinzusehen, zu handeln – und wie viel Leid durch rechtzeitige Kastration und verantwortungsvolle Vermittlung verhindert werden kann.

Wer unseren Kätzchen ein Zuhause geben möchte, kann sich hier über den Vermittlungsablauf und die Haltungsbedingungen informieren.  

Montag, 3. November 2025

Henk – ein Leben durch Blei-Munition zerstört

Vor einiger Zeit alarmierte uns ein Anruf vom Notfalltelefon: In Brüel war ein Kater mit einer massiv verletzten Vorderpfote gesichtet worden. Als wir ihn sichern konnten, zeigte sich das ganze Ausmaß seiner Qual: Ein offener Trümmerbruch, Knochen, der aus der Wunde herausschaute. Wir nannten ihn Henk und waren zunächst erleichtert, dass er jetzt endlich Hilfe bekommen konnte. 

Henk mit schweren Verletzungen.

Um sein Leben zu retten, blieb keine andere Wahl: Die zerstörte Pfote musste amputiert werden. Doch damit war das ganze Ausmaß seines Leidens noch nicht erfasst. Auch die zweite Vorderpfote zeigte Verletzungen. 

Die Operation war gelungen. 

Bei den Röntgenaufnahmen kam Schreckliches ans Licht: mehrere Schrotkugeln in der Pfote und weitere, verteilt im gesamten Körper. Nicht alle konnten operativ entfernt werden, zu tief saßen sie in Gewebe und Organen. 

überall Schrotkugeln

Henk erhielt intensive Pflege, er war ein überaus liebenswerter Kater, der einfach nur leben wollte und dankbar die Zuwendung annahm. Wir kümmerten uns um ihn, seine Wunden heilten, und wir hofften, dass er sich erholt und trotz seines Handicaps wieder ein gutes Leben führen kann. Doch je mehr die äußeren Verletzungen abklangen, desto schlechter wurde sein Allgemeinzustand. Die im Körper verbliebenen Schrotkugeln aus Blei setzten über Wochen Schwermetall frei. Blei ist hochgiftig — es reichert sich im Blut und Gewebe an, schädigt Nerven, Leber und Nieren, verändert das Blutbild und führt zu schwerem Organversagen. All das geschah schleichend, die Wirkung war zerstörerisch. 

Die Bleivergiftung schritt unaufhaltsam voran. 
 

Trotz intensiver Pflege und aller tierärztlichen Maßnahmen konnten wir Henk nicht retten. Während seine äußeren Wunden scheinbar heilten, wurde er innerlich langsam aber unaufhaltsam vergiftet. Es ist unendlich traurig: Er hat so sehr und so lange um sein Leben gekämpft und ist trotzdem an den Folgen dieser abgrundtief grausamen Tat gestorben. 

Gute Reise, Henk.
 

Wer einem wehrlosen Tier solche Verletzungen zufügt, ist feige und skrupellos. Auf eine Katze mit Schrot zu schießen, auf ein hilfloses Lebewesen, das sich nicht wehren kann, ist ein gezielter Akt der Grausamkeit. Was sind das für Menschen, die einem Tier bewusst Schmerzen zufügen und es mit solcher Brutalität behandeln. Wir haben Anzeige erstattet. Es darf nicht sein, dass Täter mit solchen Taten davonkommen. Wir rufen deshalb alle auf: Wenn Ihr Beobachtungen macht — eine verletzte Katze seht oder Hinweise auf Beschuss oder Tierquälerei habt — meldet es der Polizei und bringt es zur Anzeige. Nur so werden solche Verbrechen sichtbar, nur so können wir versuchen, Verantwortliche zu finden und weitere Tiere zu schützen. Henk war kein „Fall“ — er war ein liebenswerter Kater, ein Lebewesen mit einem Recht auf Unversehrtheit. Wir sind unendlich traurig, dass wir ihn nicht retten konnten. Nun bleibt uns nichts anderes, als ihm mit diesem Text eine Stimme zu geben: Er soll nicht vergessen sein, und sein Schicksal soll mahnen. 


 


 

 

Mittwoch, 15. Oktober 2025

🐾 Oskar – schwer verletzter Wildkater

Im Rahmen einer Kastrationsaktion konnte ein wildlebender Kater gesichert werden. Bereits vor der Narkose fiel den Tierärzten auf, dass mit ihm etwas nicht stimmt. Der Schwanz wirkte abgestorben und schliff nur hinterher. Eine Röntgenaufnahme brachte die traurige Gewissheit: Der Schwanz war nicht nur geschädigt, sondern abgerissen. Solche Verletzungen entstehen oft durch Unfälle oder Bissverletzungen und sind für die Tiere nicht nur äußerst schmerzhaft, sondern auch hochgefährlich. 

So konnte es nicht bleiben.

Ein geschädigter Schwanz ist für eine Katze kein „bloßes Anhängsel“. Er hängt unmittelbar mit der Wirbelsäule zusammen. Wenn das Gewicht des abgestorbenen Gewebes dauerhaft an der Wirbelsäule zieht, kann das zu einer Verschiebung der Wirbel führen – mit dramatischen Folgen wie Lähmungen, Inkontinenz oder dauerhaften Schmerzen. Zusätzlich besteht ein hohes Risiko für Infektionen.

Röntgenaufnahme Oskar
 

Um Oskar vor diesem Schicksal zu bewahren, blieb langfristig nur eine Lösung: die Amputation des Schwanzes. Bevor Oskar jedoch operiert werden konnte, war Geduld gefragt: Zunächst einmal musste der ehemalige wildlebende Kater zahm werden, um die im Anschluss an die Operation erforderliche Nachsorge durchführen zu können. 

Oskar hat sich gut zähmen lassen und ist heute ein verschmuster Kater.

Oskar hat gut mitgemacht und so konnten wir ihn endlich operieren lassen. Die Operation verlief erfolgreich, die Wunde heilt und Oskar hat sich inzwischen stabilisiert. Nun erholt er sich in unserer Obhut und kann ein Leben ohne Schmerzen führen.

Die Wunde heilt gut. 
 

Die Behandlung von Wildkatzen wie Oskar bedeutet für uns immer einen großen Einsatz, sowohl medizinisch als auch finanziell. Die Operations- und Nachsorgekosten sind erheblich, doch ohne diese Hilfe wäre Oskar qualvoll zugrunde gegangen. Deshalb bitten wir an dieser Stelle herzlich um Geldspenden, damit wir die Behandlungskosten decken und auch in Zukunft Katzen wie Oskar retten können.

🙏 Unterstützen könnt ihr uns mit einer Spende auf unser Vereinskonto:

Tierschutzverein Sternberger Seenland e.V.
IBAN: 
DE 30 1406 1308 0000 8282 97
Verwendungszweck: „Kater Oskar“

Weitere Möglichkeiten zu helfen, findet ihr hier. 

 

Oskar sagt DANKE

Mittwoch, 8. Oktober 2025

Kleine Katzenkinder im letzten Moment gerettet

In der vergangenen Woche ging ein Notruf aus Nakenstorf bei uns ein. Urlauber hatten vom Nachbargrundstück aus ein jämmerliches, nicht enden wollendes und elend klingendes Mauzen gehört. Das Grundstück war verschlossen, so dass die Polizei zur Hilfe gerufen wurde. Schließlich entdeckten die Beamten die Quelle der Schreie: ein winziges Kätzchen, scheinbar eingeklemmt unter der Platte eines Holzhauses. Doch so sehr sie es auch versuchten – sie konnten es nicht erreichen. Die Polizei informierte daher das Amt, welches uns dann mit der Rettung beauftragte. Mit viel Geduld, Futter und einer Lebendfalle gelang es uns, das Kitten zu sichern, denn zum Glück war es entgegen erstem Anschein nicht eingeklemmt. 

Wir haben die kleine Katze Marlis genannt.
 

Es wog nicht einmal 450 Gramm, viel zu wenig um ohne seine Mutter zu sein. Doch trotz der Schwäche schmiegte es sich sofort an uns und begann zu schnurren, ein deutliches Zeichen dafür, dass es nicht wild aufgewachsen war, sondern ausgesetzt wurde. Doch das Drama war damit noch nicht vorbei. Anwohner hatten am nächsten Tag ein zweites Kätzchen unter einer Plane im Holzstoß entdeckt, nahmen es sofort an sich und informierten uns. Und auch ein drittes zeigte sich, es war auf ein anderes Grundstück gelaufen, welches jedoch nicht betreten werden konnte. Der ausfindig gemachte Besitzer hatte jedoch ein Herz und gewährte uns unkompliziert Zugang, so dass wir auch das dritte Kätzchen schnell mit einer Lebendfalle sichern konnten. Dieses Kleine war nach einer Nacht draußen in der Kälte nur noch 300 Gramm schwer, ausgemergelt und schwach. 

Endlich in Sicherheit

Fast zeitgleich erreichte uns ein weiterer Notruf: Eine Babykatze, gerade 140 Gramm schwer, die Augen erst seit Kurzem geöffnet. Zum Glück reagierte die Finderin vorbildlich: Sie wärmte das Kätzchen durch ein Körnerkissen anstatt vorschnell zu füttern – so konnte das Kleine überleben, bis wir übernehmen konnten, denn bei Kitten in Unterkühlung funktioniert der Schluckreflex nicht, sie könnten an der Nahrung ersticken. Es ist nicht leicht, so einem Schreien vor Hunger zu widerstehen, aber dieses richtige Handeln sichert das Überleben. Erst als es aufgewärmt war und normale Körpertemperatur hatte, konnte es vorsichtig gefüttert werden. 

Heute sind alle Kitten in Sicherheit. Sie bekommen Nahrung, Wärme und Nähe, werden aufgepäppelt und wachsen sozialisiert unter anderen Katzen auf, bis sie mit rund 12 Wochen groß und selbständig genug sind, um in ein eigenes Zuhause zu ziehen. Bis dahin haben sie liebevolle Zuwendung kennengelernt und wissen nicht, dass es Menschen gab, die sie als kleine Babys ausgesetzt haben und dem sicheren Tod überlassen wollten.Wir sind unendlich dankbar, dass tierliebe Menschen hingesehen und gehandelt haben, und dass der Grundstücksbesitzer sofort Zugang gewährte. Ohne diese Menschen wären die Kleinen in der Kälte verloren gewesen. Bitte denkt daran: Bei jungen Katzenkindern gilt immer zuerst Wärme – dann Nahrung. So hungrig sie auch schreien, der Schluckreflex muss funktionieren, sonst droht Lebensgefahr. 

Für die Versorgung unserer Kleinsten brauchen wir dringend Unterstützung. Besonders Babypaté und Vitaminpaste stehen derzeit ganz oben auf unserer Amazon-Wunschliste

Jeder Kauf hilft, diesen winzigen Katzen das Überleben zu sichern – und ihnen den Weg in ein besseres Leben zu öffnen. Bitte kämpft mit uns für diese Leben – so klein sie auch sind.

 

 

Montag, 29. September 2025

Lenny – nur drei Beine, aber kein bisschen weniger Leben

Ein Notruf aus Goldberg: Ein stark verletzter Kater war gesichtet worden, humpelnd, mit einem blutenden Vorderbein, das an der Seite baumelte. Sofort machten wir uns auf den Weg – und fanden ein Tier, dessen Zustand uns tief erschütterte. Der junge Kater, den wir später Lenny nannten, hatte eine furchtbare Verletzung: Ein Bein war nahezu vollständig abgerissen, der Knochen lag offen, die Wunde stark vereitert. Wie lange er sich in diesem Zustand schon durchgeschlagen hatte, lässt sich nur erahnen – aber jeder Tag davon muss voller Schmerzen gewesen sein. Wir konnten Lenny sichern und umgehend tierärztlich versorgen. Die Diagnose war eindeutig: Das Bein war nicht mehr zu retten, eine Amputation war unumgänglich. Nur so konnten wir eine lebensbedrohliche Ausbreitung der Infektion stoppen. Die Operation war die einzige Möglichkeit, ihm eine echte Überlebenschance zu geben. 

Lenny mit entzündeter Wunde

Trotz aller Schmerzen, die Lenny ertragen musste, zeigte er sich von Anfang an erstaunlich ruhig und dankbar. Die OP verlief erfolgreich – doch danach begann der eigentliche Kampf. Die Wunde entzündete sich erneut, Lenny brauchte intensive Pflege, medizinische Nachbehandlung und sehr viel Geduld. 

Ein langer Heilungsprozess

Aber: Er hat es geschafft. Heute ist Lenny ein lebendiger, lebensfroher Kater, der zeigt, was in ihm steckt. Er spielt, rennt, tobt und klettert sogar auf Bäume – mit nur drei Beinen. Seine Behinderung bremst ihn kein bisschen. Ganz im Gegenteil: Wer ihn erlebt, sieht einen Kater voller Lebensfreude und Energie. 

Lenny hat - ebenfalls dreibeinige - Freunde gefunden

Lenny erinnert uns daran, wie anpassungsfähig, stark und lebenswillig Tiere sind – und dass ein Handicap kein Hindernis für ein glückliches Leben sein muss. Auf unserer Internetseite findet ihr unter dem Stichwort Katzen mit Handicap weitere Informationen darüber, wie gut Tiere wie Lenny mit einer Behinderung zurechtkommen – und warum gerade auch sie liebevolle Familien verdienen. Lennys Behandlung war aufwändig und teuer. Wenn ihr uns helfen möchtet, die Tierarztkosten für seine Rettung zu decken, freuen wir uns sehr über eine Spende. Jeder Euro hilft dabei, unsere Spendeninformationen findet ihr hier auf der Webseite.

Jeder Euro hilft, die Tierarztkosten für Lenny zu bezahlen.