Manchmal fragen wir uns, wie viel Leid ein so kleines Lebewesen überhaupt ertragen kann. Eigentlich waren wir in einer Kleingartenanlage unterwegs, um eine Kastrationsaktion freilebender Katzen abzustimmen. Doch zwischen den Gärten fiel uns plötzlich ein winziges Katzenkind auf. Gerade einmal vier bis sechs Wochen alt, völlig auf sich allein gestellt und in einem Zustand, den wir so schnell nicht vergessen werden. Die Augen waren vollständig von dicken Krusten verschlossen. An der rechten Vorderpfote hatte sich zusätzlich ein großer Abszess gebildet. Trotz seiner unglaublich Schmerzen wollte der kleine Kater nicht aufgeben. Als wir versuchten, ihn zu sichern, mobilisierte er seine letzten Kräfte und versuchte immer wieder zu flüchten. Mehr als drei Stunden dauerte es schließlich, bis wir ihn einfangen konnten. Für ihn war jeder Mensch zunächst eine Gefahr, dabei war Hilfe seine einzige Chance.

endlich gesichert
In der Pflegestelle begann sofort der Kampf um sein Leben. Die dicken Krusten über seinen Augen mussten über lange Zeit vorsichtig eingeweicht werden, bevor sie sich überhaupt lösen ließen. Erst dann wurde das ganze Ausmaß sichtbar: Eines der Augen war durch die schwere Entzündung bereits vollständig zerstört und trat weit aus der Augenhöhle hervor.
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Für eine Operation war Paulchen viel zu geschwächt und in einem viel zu schlechten Zustand. Er wog gerade einmal 460 Gramm und kämpfte ums überleben. Einen Tag später löste sich das zerstörte Auge schließlich von selbst aus der Augenhöhle. Ein erschütternder Moment, der zeigte, wie lange Paulchen bereits unter den Folgen des unbehandelten Katzenschnupfens gelitten haben musste.
Auch die verletzte Vorderpfote muss täglich versorgt werden. Der Abszess wurde unter sterilen Bedingungen eröffnet, gespült und von Eiter befreit. Schmerzmittel und Antibiotika helfen ihm, jedoch verursachen die Medikamente teilweise starken Durchfall und belasten seinen ohnehin geschwächten Körper zusätzlich. Und doch kämpft Paulchen jeden Tag. Er frisst und trinkt und schnurrt. Er zeigt uns, dass Aufgeben keine Option ist. Noch aber ist sein Zustand ernst und sein Weg lang.
Leider ist Paulchen kein Einzelfall. Immer wieder finden wir Katzenkinder freilebender, unkastrierter Katzen mit schwersten Entzündungen, ausgehungert, voller Parasiten oder bereits erblindet. Katzenschnupfen gehört zu den häufigsten Ursachen für dieses unermessliche Leid. Viele der kleinen Katzen verlieren ihr Augenlicht, viele verhungern, weil sie ihre Mutter verlieren oder aufgrund der Schmerzen und Infektionen keine Nahrung mehr aufnehmen können. Die Bilder, die wir unter diesem Beitrag zeigen, stammen alle aus unserer täglichen Tierschutzarbeit. Sie sind schwer anzusehen, aber sie zeigen die Realität, die wir jedes Jahr aufs Neue erleben.
Dieses Leid ist vermeidbar.Deshalb bitten wir euch eindringlich: Meldet freilebende Katzen frühzeitig und unterstützt Kastrationsaktionen. Wartet nicht, bis plötzlich Katzenbabys aus einem Gebüsch kommen. Dann beginnt für viele von ihnen bereits ein Kampf ums Überleben.
Wer Paulchen auf seinem Weg unterstützen möchte, hilft uns mit Kittenaufzuchtmilch, speziellem Kittenfutter oder Kuscheldecken von unserer Amazon-Wunschliste. Dringend benötigen wir natürlich auch Geldspenden, denn die tierärztliche Versorgung, Medikamente und die weitere Behandlung verursachen hohe Kosten, die unser kleiner Verein nur gemeinsam mit eurer Hilfe tragen kann.
Paulchen hat den Kampf ums Leben aufgenommen. Gemeinsam können wir ihm die Chance geben, ihn auch zu gewinnen.





