Samstag, 12. März 2022

dringend - jetzt unbedingt noch Katzen kastrieren

Viele von euch wohnen ländlich, in einem Haus mit Garten, vielleicht mit einer eigenen Katze, die ein Freigänger ist und draußen gefüttert wird. Und auf einmal steht noch eine andere Katze am Futternapf, hungrig, aber scheu. 

Und auf einmal ist eine fremde Katze da.

Als tierlieber Mensch wird die Katze natürlich mitgefüttert, das bisschen Futter mehr fällt ja kaum auf. Die Katze gewöhnt sich an das regelmäßige Angebot und erscheint nun täglich zum Fressen. Und dann im April, Mai oder auch Juni kommt die immer noch scheue Katze mit ihrem Nachwuchs, der jetzt langsam auch festes Futter benötigt.


Und dann kommt sie mit Nachwuchs

Eine Katze bringt 3-6 Junge pro Wurf zur Welt

Die erste Reaktion ist häufig: „Das ist nicht meine Katze, ich habe sie nur gefüttert.“ Der Schreck ist groß, denn es ist ein Unterschied, eine Katze mehr zu füttern oder eine wildlebende Population vor der Haustür zu haben, die sich ja auch wieder vermehren, oft schon nach nur einem halben Jahr. Wenn ihr auch eine zugelaufene Katze füttert, ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass sie nicht kastriert ist und ihr auf einmal mit ungewolltem Nachwuchs da steht und nicht wisst, wie nun weiter. Manchmal ist das Elend kaum zu ertragen, denn oft sind die Kätzchen freilebender Mütter sehr krank, haben Katzenschnupfen, stark entzündete Augen oder sind hochgradig verwurmt. 

durch Katzenschnupfen entzündete Augen, oft folgt Blindheit oder Verlust des Auges

Das alles muss nicht sein. Wenn ihr eine Katze füttert, von der ihr nicht wisst, ob sie kastriert ist, geht davon aus, sie ist es nicht. Wartet nicht, sondern handelt schnell. Wir können auch bei sehr scheuen Katzen helfen, diese einzufangen und zum Tierarzt zu bringen. 

eingefangen zum kastrieren
 

Jedes Jahr aufs Neue kommen Tierschutzvereine an ihre Grenzen, da sie die vielen jungen Kätzchen, häufig krank und unterernährt, kaum noch versorgt und betreut bekommen. Für uns und euch ist es sehr viel leichter und günstiger, eine Katze zu kastrieren, als sich später um ihren Nachwuchs zu kümmern oder mit ansehen zu müssen, wie diese langsam dahinsiechen. Zögert nicht, informiert uns per Mail oder telefonisch, bevor es für dieses Jahr wieder zu spät ist. 

Kastration verhindert Katzenelend

 

 

 

 

 

Sonntag, 6. Februar 2022

Gandalf endlich von Schmerzen befreit

Heute möchten wir euch Neuigkeiten von Gandalf berichten. Obwohl sein Zustand eigentlich immer noch nicht gut genug für eine Zahn-Operation war, haben wir uns aufgrund des schlimmen Zustands von Maul und Zähnen dazu entschlossen, denn so ging es auch nicht mehr weiter. Das dies die richtige Entscheidung war, zeigte sich beim Dentalröntgen, denn dabei wurde ersichtlich, dass Gandalf an FORL (Feline odontoklastisch-resorptive Läsion) erkrankt ist. Hierbei handelt es sich um eine Zahnerkrankung, bei der sich der Zahn und seine Wurzeln von innen her auflösen. Da die Nerven jedoch intakt bleiben, verursacht dies starke Schmerzen bei dem erkrankten Tier. 

Gandalf beim Dentalröntgen

Gandalf hat starke Schmerzen gelitten

Die Erkrankung war bei Gandalf aufgrund der jahrelangen Vernachlässigung weit fortgeschritten, er muss unsagbar gelitten haben. Da sich der weitere Zerfall der Zahnsubstanz nicht verhindern lässt, wurden Gandalf alle Zähne entfernt. Obwohl dies einen großen Eingriff darstellte, war Gandalf am Tag nach der Operation deutlich entspannter und zugänglicher. Der Wundschmerz schien geringer als die Zahnschmerzen, die er zuvor erleiden musste. Wir waren froh, dass Gandalf die Operation überstanden hatte und nun der Heilungsprozess beginnen konnte. 

Gandalf frisst am Tag nach der OP sein Lieblingsfutter

Nach einigen Tagen voller Zuversicht verschlechterte sich Gandalfs Allgemeinzustand jedoch wieder. Er fraß schlecht, wirkte müde und abgeschlagen. Eine Blutuntersuchung ergab eine beginnende Anämie (Blutarmut), die wir auf den kräftezehrenden, aber trotz allem alternativlosen Eingriff zurückführten. Gandalf erhält nun zusätzlich zur Wundheilung auch eine medikamentöse Behandlung gegen die Anämie, die zum Glück angeschlagen hat. Er frisst wieder besser und ist munterer. Generell ist er aber noch nicht so stabil, dass wir uns keine Sorgen mehr machen müssen. Wir können gute Wünsche für ihn, Daumen drücken oder auch ganz praktisch sein Lieblingsfutter gut gebrauchen. Dennoch benötigt er neben der eigentlichen Behandlung auch viel moralischen Zuspruch. Viel zu leicht hört er auch bei kleinen Störungen auf zu fressen und muss zum Weiterfressen erst animiert werden. Wird keine ihm ausreichende Beachtung zu teil, fühlt er sich schnell ungeliebt und zieht sich zurück. Gandalf wirkt auf uns, als müsste er sich immer wieder vergewissern, dass er gemocht wird. Hat er dieses Gefühl nicht, gibt er auf, als ob er befürchtet, auch dieses Zuhause sowieso wieder zu verlieren. 

Gandalf braucht ganz viel Zuwendung

Wir hoffen sehr, dass es uns gelingt, Gandalf wieder gesund zu pflegen und ihm zusätzlich auch Lebensmut und Selbstbewusstsein zurück zu geben. Ganz lieben Dank an alle, die uns bei dieser Aufgabe schon unterstützt haben. Ohne unsere gemeinsamen Anstrengungen hätte Gandalf keine Chance gehabt und wäre einsam und unter Schmerzen gestorben. DANKE, dass ihr das mit uns zusammen verhindert habt. 

Sonntag, 16. Januar 2022

Trauer und Hoffnung

Vor kurzem haben wir euch von Gandalf und Fridolin berichtet, den beiden Langhaarkatern, die vor über zwei Jahren ihr Zuhause verloren hatten, seitdem auf sich alleine gestellt waren und irgendwie versucht haben zu überleben. Wir waren froh, die beiden Kater in Sicherheit gebracht zu haben, denn sie waren wirklich in einem schlimmen Zustand. Wir wollten sie gesund pflegen und ihnen endlich wieder ein sorgenfreies Katzenleben ermöglichen. Leider hat sich dieser Wunsch für Fridolin nicht erfüllt. Wir sind unsagbar traurig, dass dieser so liebenswerte Kater die Quarantäne Station nicht mehr verlassen konnte. 

Es tut uns so leid für Fridolin

Fridolin war an feliner infektiöser Peritonitis (FIP) erkrankt, der vermutete Wurmbauch stellte sich als Baucherguss heraus. FIP ist unbehandelt eine tödlich verlaufende Krankheit. Wir konnten Fridolin nur noch auf seinem letzten Weg begleiten. Unser einziger Trost war, dass Fridolin nicht alleine in der Kälte gestorben ist, sondern wenigstens ein letztes Mal in seinem Leben Wärme und Geborgenheit erfahren durfte. Und immer wieder fragen wir uns, hätten wir ihn retten können, wenn wir nur eher informiert worden wären? Bevor er in einem so jämmerlichen Zustand war? Denn FIP ist mittlerweile medikamentös behandelbar. Die Chancen stehen gut, wenn schnell gehandelt wird und das erkrankte Tier ansonsten in einem guten Allgemeinzustand ist. Wer mehr über diese Krankheit und die Behandlungsmöglichkeit, die schon vielen Katzen das Leben gerettet hat, erfahren möchte, kann sich hier über mögliche Hilfen und über die neuesten Studienergebnisse informieren. Wer für seine Katze diese Diagnose erhalten hat und schnelle Hilfe braucht, kann sich auch gerne direkt bei uns melden.

Dem anderen Kater, Gandalf, geht es zum Glück schon etwas besser. Am Anfang wirkte er, als ob er aufgegeben hat, nun verzeichnen wir endlich vorsichtige Fortschritte. Beim Tierarzt wurde sein verfilztes und verklebtes Fell entfernt, seitdem fühlt er sich deutlich wohler. 

Unmengen verfilztes und verklebtes Fell

Gandalf fühlt sich gleich besser

Aber immer noch kann er nur dank der Schmerzmittel fressen. Zähne und Zahnfleisch sind in einem so schrecklichen Zustand, teilweise bewegen sich lockere Zähne beim Fressen hin und her. Das macht es natürlich schwer zu fressen. Aber ohne ausreichend Futter kein besserer Zustand und ohne besseren Zustand keine Zahn-OP. Nach langem Probieren haben wir endlich ein Futter gefunden, dass Gandalf sehr gerne frisst. Wir weichen es ihm mit warmen Wasser ein, damit er es so leicht wie möglich hat. Es würde uns sehr helfen, wenn ihr uns für Gandalf mit diesem Futter und auch Flüssignahrung unterstützt. Ohne das nimmt er einfach nicht ausreichend Nahrung auf. Ihr findet alles ganz oben auf unserer Amazon-Wunschliste und wir sagen jetzt schon Danke für eure Hilfe. 

endlich ein Futter gefunden was Gandalf gut frisst

Wenn Gandalf sich weiter erholt, kann er nächste Woche endlich an den Zähnen operiert werden. Große Sorgen hat uns auch sein Bein gemacht, dass er teilweise gar nicht aufsetzen konnte und sein funktionsloser Schweif. Beim Röntgen wurde festgestellt, dass sein Schweif mehrfach gebrochen und an einer Stelle bereits versteift ist. Vermutlich rühren daher auch seine Bewegungsprobleme, denn direkt am Bein wurde nichts festgestellt. Wir versuchen mit B12 und täglichen physiotherapeutischen Übungen seine Bewegungen zu verbessern. Gandalf lässt es sich gut gefallen und wir können Fortschritte beobachten. Zuerst konnte er kaum laufen und hat auch häufig im Liegen gefressen, nun kann er seine Umgebung zwar langsam, aber selbständig erkunden und kommt auch auf Zuruf. Das alles sind kleine Schritte, für die wir aber sehr dankbar sind, denn auch Gandalf war aufgrund der über langen Zeit fehlenden Versorgung so geschwächt, dass er dem Tod näher als dem Leben war.

Gandalf hat wieder Lebensmut

Ganz lieben Dank an alle, die uns bisher schon unterstützt haben. Bitte helft weiter mit und drückt mit uns die Daumen, dass Gandalf bald narkosefähig ist und endlich operiert werden kann. Auch in der ersten Zeit nach der Operation ist er auf die Flüssignahrung und sein Lieblingsfutter angewiesen, daher hier nochmal der dringende Hinweis auf unsere Wunschliste.  Aber dann endlich, nach der Heilungsphase, wird Gandalf eine neue Lebensqualität verspüren. Wir wünschen es ihm so sehr. 

Gute Besserung für Gandalf